Christian Dautel / © Andreas Durst

Weingut Dautel

Weinbau gibt es seit Anfang des 16. Jahrhunderts in der Familie, mit der Selbstvermarktung hat aber erst Ernst Dautel Ende der siebziger Jahre begonnen, nach Abschluss eines Studiums in Geisenheim. Konsequent hat Ernst Dautel seine Vorstellungen vom Wein umgesetzt, hat viel ausprobiert und ist stetig vorangekommen: Seit Mitte der achtziger Jahre baute er Weine im Barrique aus, 1988 pflanzte er Chardonnay, 1990 erzeugte er seine erste Cuvée, die Kreation Rot. Seit einigen Jahren schon wurde Ernst Dautel im Betrieb unterstützt von Sohn Christian, der ihn 2013 übernommen hat; es wurden neue Rebflächen erworben, Spätburgunder möchte Christian Dautel im Anbau forcieren. Seine Weinberge liegen vor allem in Bönnigheim (Sonnenberg) und Besigheim (Wurmberg). Der Sonnenberg besteht aus buntem Mergel, Schilf­sandstein und Gipskeuper, die Großen Gewächse stammen von alten Reben im Herzstück des Sonnenbergs; mit dem Jahrgang 2014 kam ein neues Großes Gewächs hinzu, der Spätburgunder aus dem Forstberg in Oberstenfeld. Die Mu­schel­kalk­ter­ras­sen des Wurmbergs liegen am Ufer der Enz. Rote Sorten nehmen 60 Prozent der Fläche ein. Hauptrebsorten sind Riesling und Lemberger. Dazu gibt es Spätburgunder, Weißburgunder, Samtrot und Trollinger, aber auch Chardonnay, Cabernet Sau­vignon und Mer­lot. Die Weißweine werden lange auf der Feinhefe ausgebaut, die Rotweine kommen nach der Maischegärung bis zu zwei Jahre ins Barrique. Prädikatsbezeichnungen werden ausschließlich für edelsüße Weine verwendet. An der Spitze des Sortiments stehen die Weine der S-Klasse und die Großen Gewächse. Schon in der ersten Ausgabe haben wir die Weine von Ernst Dautel wärmstens empfohlen, schon damals gehörte er für uns zur absoluten Spitze in Wuerttemberg. Seine Weine kennen wir noch viel länger, von seinen Anfängen als „wilder Barriquewinzer“, als er noch Riesling und Kerner ins kleine Eichenholzfass zwang, wenn uns die Erinnerung nicht täuscht. Er hat sich kontinuierlich gesteigert, nicht nur bei den weißen und roten Spitzenweinen, nein, auch die Basisweine sind stets von zuverlässiger Güte, und unter der Führung von Christian Dautel setzt sich dies fort. Die Rotweine sind kompromisslos vinifiziert, in ihrer Jugend oft etwas verschlossen und tanningeprägt, entwickeln sie sich sehr schön über viele Jahre hinweg: Es sind Rotweine mit Potenzial. In den jüngsten Jahren haben sie weiter an Finesse gewonnen (die Spätburgunder ebenso wie die Lemberger), zeigen manchmal feine mineralische Noten. Neben reinsortigen Weinen gibt es die erstmals 1990 erzeugte Cuvée Kreation Rot, ein Klassiker unter den deutschen Cuvées.

Lagen:

Sonnenberg (Bönnigheim)
– Steingrüben (Bönnigheim)
Forstberg (Oberstenfeld)
Wurmberg (Besigheim)
Michaelsberg (Cleebronn)

Aktuelle Weine:

2014    Pinot Sekt extra-brut
2016    Riesling Besigheimer Wurmberg
2016    Weißburgunder „Gipskeuper“ Bönnigheim
2016    „Kreation Weiß S“
2016    Sauvignon Blanc
2016    Weißburgunder „S“
2016    Chardonnay „S“
2016    Riesling „GG“ Bönningheimer "Steingrüben"
2015    Spätburgunder „Schilfsandstein“ Cleebronn
2015    Lemberger „Gipskeuper“ Bönnigheim
2015    Spätburgunder Bönnigheimer Sonnenberg
2015    Lemberger Bönnigheimer Sonnenberg
2015    Merlot "S"
2015    „Kreation Rot S“
2015    Spätburgunder „GG“ "Schupen"
2015    Spätburgunder „GG“ Forstberg
2012    Lemberger „GG“ „St. Michaelsfeder“ Michaelsberg
2015    Lemberger „GG“ Michaelsberg