Stephan Krämer / © Holger Riegel

Ökologischer Weinbau Kraemer

Seit 1989, mit dem Beitritt zu Naturland, bewirtschaftet die Familie Krämer ihr Land ökologisch, auch die 1983 erworbenen Weinberge in Tauberzell. Erst in den letzten Jahren hat Stephan Krämer den Weinausbau forciert, der bei Philipp Wittmann in Westhofen und Gerhard Roth in Wiesenbronn in die Lehre ging. Die Weinberge liegen in der Steillage Tauberzeller Hasennestle. Weinbau in Tauberzell ist seit dem 13. Jahrhundert urkundlich belegt. Im 16. Jahrhundert waren 89 Hektar mit Reben bestockt, 1973 gab es ganze 0,6 Hektar. Mit der Flurbereinigung 1984 wurde der beste Teil unter der Bezeichnung Hasennestle rekultiviert, danach gab es auch wieder Neuanpflanzungen außerhalb der flurbereinigten Lage, die Reben wachsen auf Muschelkalkböden an einem überwiegend südwest-exponierten Hang, der nicht flurbereinigte Teil ist süd-exponiert. Von einem befreundeten Ökowinzer in Iphofen kauft er Trauben aus der Lage Kronsberg zu, inzwischen hat er mehrere Weinberge im Röttinger Feuerstein erworben, ebenfalls im fränkischen Teil der Tauber gelegen, flussabwärts von Tauberzell. Auch in Röttingen gibt es Weinbau seit dem Mittelalter, Ende des 17. Jahrhunderts sollen 180 Hektar mit Reben bepflanzt gewesen sein, auch hier wachsen die Reben an einem süd-exponierten Hang auf Muschelkalkböden mit Feuerstein-Einlagerungen. Den ersten Wein aus Röttingen gab es im Jahrgang 2013, inzwischen besitzt Stefan Krämer 1,5 Hektar an einem Stück im steilsten Teil des Feuerstein. Silvaner und Müller-Thurgau sind die wichtigsten Rebsorten, dazu gibt es Johanniter, Bacchus und Scheurebe, sowie ein wenig Regent. Zuletzt kam mit den Röttinger Weinbergen etwas Riesling hinzu. Im Röttinger Feuerstein hat er eine 20 Ar große Fläche im Altfränkischen Satz bestockt, mit 13 verschiedenen Rebsorten, darunter mehrere Silvaner-Varianten aber auch alte, in Vergessenheit geratene Sorten wie Adelfränkisch. Die Weine werden teils im Edelstahl, teils im Holz ausgebaut, spontanvergoren, blieben anfangs mindestens fünf Monate auf der Hefe, inzwischen ist Stefan Krämer dazu übergegangen sie noch länger auf der Hefe zu belassen, im Jahrgang 2014 hat er erstmals einige Weine unfiltriert abgefüllt, die Schwefelgaben sind sehr niedrig. Alle Weine werden durch­ge­goren ausgebaut, die Scheurebe gab es ab und an auch mit etwas Restzucker. Inzwischen arbeitet Stefan Krämer verstärkt mit Maischeangärung, füllt die Weine später ab.

Lagen:

Hasennestle (Tauberzell)
Feuerstein (Röttingen)
Kronsberg (Iphofen)

Aktuelle Weine:

2016    Müller-Thurgau "PetNat" brut nature "Muschelkalk"
2016    Rosé "PetNat" brut nature "Muschelkalk"
2016    „Cuvée Keuper & Kalk" Weißwein trocken
2016    Müller-Thurgau trocken Steillage "Muschelkalk"
2016    Müller-Thurgau trocken Steillage "Silex"
2016    Silvaner trocken Steillage
2016    Pinot Meunier weiß gekeltert trocken Terrassen
2016    Silvaner trocken Steillage "Alte Reben"
2015    Silvaner trocken "Alte Reben"
2016    Silvaner trocken Steillage "Muschelkalk"
2016    Silvaner trocken Steillage "Silex"
2015    Riesling trocken Steillage "Silex"
2016    Riesling trocken Steillage "Silex"